Kreuzdominanz – Erfahrungen zur Lösung
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Werte Kniftoleros,

Kreuzdominanz (Rechtshänder aber linkes Auge dominant bzw. Linkshänder aber rechtes Auge dominant) war vereinzelt Thema hier im Forum, zu Erfahrungswerten konnte ich aber leider nichts finden. Auch das Internet ist da nicht recht eindeutig. Die folgenden Lösungsansätze habe ich gefunden:

  • Auf der Seite des dominanten Auges schießen: Ich als Rechtshänderin müsste mir also antrainieren auf der linken Seite zu schießen. Fühlt sich bescheiden an, ist aber wohl die schnellste Lösung.
  • Klebepunkt auf die Schießbrille auf der Seite des dominanten Auges, um es "auszubremsen": Das Sichtfeld in Feld, Wald und Wiese so einzuschränken, stelle ich mir schwierig vor.
  • Schwaches Auge umtrainieren: Da gehen die Meinungen im Internet arg auseinander, ob das überhaupt möglich ist und/oder vielleicht sogar schädlich. Davon abgesehen kann ich Stand heute tatsächlich nur das schwache Auge zukneifen – wenn ich versuche, das dominante Auge zuzukneifen, funktioniert das nur mäßig, ich sehe nicht wirklich scharf und ich sehe dabei aus, als hätte ich einen Krampf im Gesicht.

Meine Frage ist nun, ob hier jemand das gleiche Problem hat und mit welchem Lösungsansatz er/sie am besten gefahren ist.

Ganz lieben Dank für Eure Hilfe!

Tante Hyde

(3148 Posts)

(nachträglich editiert am 04.03.2022 um 09:56 Uhr)

Abdeckscheiben versucht?

https://shop.ahg-anschuetz.de/de/optik/schiessbrillen/351/ahg-abdeckscheibe

Ansonsten bleibt mMn nur eine Umgewöhnung.

Man kann das "Zukneifen" trainieren, indem man es eben nicht kneift sondern "entspannt" schließt. Ist mehr Konzentrationsübung, da andere Muskelgruppen im Gesicht betroffen sind.

Rechts halten und links schießen ist Müll. Außer du versuchst es mit einer Optik, die 45 Grad gewinkelt liegt.

Anderer Ansatz wäre links halten und schießen. Ultra gewöhnungsbedürftig, aber es geht auch mit täglichem Haltungstraining.

Das dominante Auge umtrainieren ist mMn nicht ohne weiteres möglich und die Option mit den geringsten Erfolgsaussichten.

Oder halt ohne Optik schießen nach Gefühl bzw. Muskelgedächtnis. Reicht in den meisten Fällen aus - ist beim klassischen Bogenschießen auch nichts anderes.

Grüße

Die Frage als erstes ist doch, welche Visierung wird denn geschossen

Auch im Bogensportbereich wird das überlisten der Händigkeit in aller Regel als beste Option empfohlen.

Grundsätzlich ist es ohnehin sinnvoll, die Waffe auf beiden Seiten sicher handhaben zu können - es gibt halt nicht nur rechte Ecken, um die wir peeken wollen. ;)

Und: gewohnte Handgriffe mit der anderen Hand auszuführen ist Gehirnjogging. Putzt mal mit der anderen Hand die Zähne. Gelingt nach ein paar Tagen dann doch ganz gut. :)

Nicht zielen, mehr schießen oder einen Tracer anbringen und den Leuchte Kügelchen folgen. 

Klingt nicht so taktisch, aber funktioniert.

 

Erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten! smile

Abdeckscheiben habe ich in der Tat noch nicht versucht - so lange habe ich die Erkenntnis noch nicht, dass ich nichts sehe embarassed. Ein Wunder, dass ich bisher überhaupt schon einmal was getroffen habe.

Tatsächlich übe ich mich momentan daran, in allen Lebenslagen das dominante Auge zuzukneifen. Zudem tendiere ich dazu (weil als Einsteiger erstmal am schnellsten), mich direkt an das Links anlegen zu gewöhnen. Wie schon angemerkt wurde, ist es ja durchaus sinnvoll, das beidseitig zu können - ich fahre ergo gerade zweigleisig. Nur inwieweit das von Erfolg gekrönt sein wird, kann ich mir gerade nicht vorstellen.

Die Visierung spielt (zumindest bei mir) tatsächlich keine Rolle. Wenn ich als Rechtshänder rechts anlege, sehe ich weder durch Kimme/Korn noch ZF was. Beim ZF ist das Problem aber am größten. Mein rechtes Auge kann sich darauf einfach nicht fokussieren - klingt blöd, ist noch viel blöder.

Das Video kannte ich tatsächlich schon, hilft aber leider auch nicht so richtig weil ich eben das schwache Auge Stand heute noch nicht zukneifen kann.

Nimm ein hochwertiges Reddot ohne Vergrößerung, der Punkt bleibt dann immer auf 0

bei billigeren dots wandert der punkt. (Stichwort paralaxenausgleich, wenn ich nicht irre)

Da kannst du auch beide Augen offen haben, und es ist nicht so wild ob du nicht perfekt angelegt hast

 

Wie Corax Rabe schon schrieb, ist beim Bogenschiessen dies öfters der Fall. Da wird am besten mit beiden Auge offen intuitiv geschossen, natürlich auch mit der dominanten Seite. Meine Frau und mein jüngster Sohn sind auch kreuzdominant und haben sich schnell an die andere Seite gewöhnt.

Evtl wär ein grosses holo besser als eine Vergrösserungsoptik, das 552 mit seinen Klonen dürfte gut passen. Da kannst du auch mit beiden Augen offen spielen. Ich habs mir grad zugelegt und werd das am 12.3. mal ausprobieren, wobei ich nicht kreuzdominant bin.

Da ich auch eine Kreuzdominanz habe und neben Airsoft, Paintball auch hin und wieder Bogenschießen mache (Seit Corona nicht mehr Polizeisportverein sondern Solo im Garten, Abteilung hat sich aufgelöst), sind meine Erfahrungen bisher:

Paintball Speedball:

Ist eh intuitives schießen. Kreuzdominanz spielt eine untergeordnete Rolle bis keine + Masse Statt Klasse

Kimm und Korn (Nur Pistole):

Beide Augen Offen, da die Pistole eh nur Backup ist, ist die Entfernung kurz genug dass eher Intuitiv geschossen wird als wirklich gezielt. Es spielt also in der Praxis kaum eine Rolle.

Reddot bzw. Rotpunkt ohne Vergrößerung (MTR16; EMEK MG100 bzw. nun EMF):

Es wird Grundsätzlich mit beiden Augen offen gezielt. Da mein dominantes Auge links ist, kommt es maximal zu einen kleinen Offset wenn ich Rechts schieße.

Shortdot/LPVO (MTR16):

Auf 1-2xx Vergrößerung wie Reddot, ansonsten wird nur mit einem Auge offen geschossen schon weil der "Eye-Relief" (Mir wird gerade Klar, ich kenne den deutschen begriff dazu nciht) es kaum anders erlaubt, spätestens bei 6x und höher, daher wird jenes welches idr. zur jeweiligen Seite gehört offen gehalten, das andere wird geschlossen. Da die MTR16 Ambi Controls hat ist auch das Wechseln der Seite kein Problem, mit der Two-Point-Sling von Direct Action auch Gurtmäßig leicht zu handeln, je nach dem wo man peeken bzw. Snappen will.

Gebe zu, als Speedballer haben wir noch vor Corona oft Snap-Shooting-Drills gemacht (so jeden Donnerstag ca. 1h), das geht überraschenderweise auch gut mit LPVOs. Auf der Are 13 muss ich mich nur an die Lauflänge gewöhnen, 16 Zoll AR15 ist nun mal nicht nur 2 Zoll länger als eine Shocker XLS mit 14 Zoll Lauf. Das Magazin baut eben auf nach vorn ;P

Bogenschießen:

Mit Visier gibt es den Ansatz, die Hand umzutrainieren, oder aber div. Übungen das Dominante Auge zu verschieben oder Hilfsmittel mit Schießbrille etc.

Da ich selber Bogenschießen nur als "meditatives" Hobby ausführe, schieß ich mit Blankbogen Intuitiv weiterhin mit der Rechten Seite, trotz dominanten Auge Links. Übungssache. Da seit Sept. 21 recht viel Wind war und ich so das Fangnetz nicht ausrollen konnte, wird das wieder witzig wenn ich bald wieder alles aufhängen kann. Zuvor war Schießen auf eine 80x80er Scheibe bei 30 der Garant, dass die Ringe 10-6 ordentlich Belegt werden können bei bereits eher geringen Trainingsstand.

Ganz gleich welchen Ansatz du für dich selber wählst, aller vorderen ist es eine Sache des Trainings bzw. Gewöhnung.

Deine Waffe auf beiden Seiten schießen zu können, wirst du aber nicht drumherum kommen, genauso wie Nachladen etc. mit Links und Rechts langfristig zu trainieren ist.

Ebenfalls Kreuzdominat.

 

Musste damals in der Ausbildung bei der Bundeswehr umlernen.

Würde Dir das gleiche empfehlen.

 

Mit Gewalt das schwächere Auge zwingen, dass zu tun was es eh nicht gut kann, ist suboptimal. Macht in der Regel nur Kopfschmerz.

 

Ich habe gelernt meine Waffen als linksschütze zu bedienen. War zu Anfang ungewohnt und anstrengend, hat sich im nachhinein aber als die richtige Wahl heraus gestellt. Ich habe etwas getroffen!

Hat auch den positiven Nebeneffekt in entsprechenden Situationen einfach mal die Waffenhand wechseln zu können, ohne sich nen Knoten ins Hirn zu machen.

(6 Posts)

(nachträglich editiert am 04.03.2022 um 12:24 Uhr)

Ihr seid BOMBE, danke Euch vielmals. Dann würde ich als Fazit festhalten:

  • Linksschütze trainieren
  • Gutes Rotpunkt ausprobieren (beide Augen offen)
  • Intuitives Schießen (beide Augen offen)
  • Für den Fall der Fälle: Zukneifen des dominanten Auges trainieren

Und wenn alles nicht hilft:

  • Minigun kaufen und einfach draufhalten (beide Augen offen)

Dann hab ich ja reichlich Hausaufgaben...

Fürs zukneifen hab ich mir das ganz einfach angewöhnt. Nimm dein Handy und deine Hand. Mit der einen Hand das dominate Auge abdecken oder in die Nähe damit es sich von selbst schließt. Mit dem nicht dominaten Auge n YouTube Video oder ähnliches schauen. 

Funktioniert am besten im liegen man gewöhnt es sich dann relativ schnell an das eine Auge eben weniger zu verwenden :) 

Meine Augen sind ebenfalls kreuzdominant.

Kurzwaffe schieße ich mit dem linken Auge zielend. Bei Langwaffen (auch ohne Optik) kann ich trotzdem mit dem rechten Auge zielen (beide Augen offen), was bei mir mit ein wenig extratraining gut möglich war. Das ist bei jedem aber unterschiedlich. 

Aber auch das schießen mit der schwachen Seite lässt sich erfahrungsgemäß relativ leicht angewöhnen. Das lernt so gut wie jeder der beruflich Waffen führt. 

Probier es einfach mal wie schon vorgeschlagen, mit einem Rotpunktvisier. Die Ebene des Fokus liegt hierbei auf dem Ziel und nicht auf Ebene des Korns, das macht einen großen Unterschied. 

 

 

Bin kreuzdominant. Seh das Problem ehrlichgesagt nicht.

Ich hab einfach immer beide Augen offen und alles funktioniert ganz normal. Ohne Kreuzdominanz vielleicht besser, aber who cares.
Mit Reddot seh ich den roten Punkt auf meinem normalen Sichtfeld, wie es sein soll (?). Von daher. Hab auch keine Kopfschmerzen oder ähnliches.

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