Sniper (SSG96) - Theorie und Praxis oder was kann man noch verbessern ?
Seite: 1 2

Hallo,

nachdem ich ein SSG24 hatte, ein paar Dinge getunt hatte und sie dann wieder verkauft habe, da ich für ein anderes Projekt (Modellflug) das Kapital erweitern wollte, lässt mich das Kapitel Airsoft-Gewehr immer noch nicht los.

Vermutlich werde ich nie damit auf einem Spielfeld zu finden sein (und da Airsoft nur bedingt etwas mit Sportschießen zu tun hat, weiß ich, dass ich mit einer (S)AEG dort als Anfänger eh besser aufgehoben wäre) :P dennoch interessiert mich als ehmaliger Wettkampfschütze (Bogen, Luftgewehr und KK) die simple und dennoch effektive Technik und die Frage "Was kann man erreichen".

Nun bin ich als Konstrukteur und Maschinenbau-Ing. leider nicht nur ein Technik-Freak sondern neige schnell dazu, Dinge zu übertreiben und theoretische Betrachtungen praktisch überprüfen zu wollen.

Also die Aufgabe:
- Schaffe ich es mit einem Airsoft-Gewehr eine Genauigkeit zu erreichen, die auf 50m gegen ein KK-Gewehr nicht ganz so alt aussieht (sagen wir mal Streukreis <10 cm und 100m < 25cm).

Da ich hier auch schon einige, wirklich gute Zusammenfassungen/Abhandlungen und Diskussionen gelesen habe, versuche ich meine Gedanken hier niederzuschreiben, in der Hoffnung, dass ich ggf. korrigiert oder auf andere Ideen gebracht werde, außerdem soll es als "öffentliches" Gedankentagebuch dienen, für den Fall, dass jemand mal das gleiche machen möchte.

Also zerlegen wir eine Federkraft-Sniper mal in 2 Bereiche:
- Energiespeicher (Zylinder, Kolben, Feder)
- Schusssystem (Hop-up-System, Lauf, BB)
Vorrausgesetzt, die Triggerunit funktioniert reproduzierbar, nehme ich diese mal aus der gleichung raus.

Energiespeicher:
Durch die mechanische Arbeit des Schützen, Muskelkraft, wird die Feder gespannt. Wenn der abzug betätigt wird, wird der Kolben freigegeben, die Feder entspannt sich, Kolben saust nach vorne, komprimiert zu einem gewissen Teil die Luft vor sich, bis die BB in der Hop-Up-Unit "losbricht".
Eigentlich sind Federn recht konstant, was ihre Federsteifigkeit betrifft, so lange es keine absolute Billigfeder ist.
Interessanter wäre für mich da also eher wie Leichtgängig der Kolben läuft, wie weit die Gleitlager auseinander liegen um eventuelle Querkräfte ohne großes Verkanten auszugleichen... aber generell sehe ich bei einem guten System, wie es eine SSG96 sein sollte, wenig Potential, hier noch konstantere Wiederholbarkeit rauszuholen...

Eine Frage habe ich aber schon noch, gibt es ein "Ideales" Kolbengewicht ??
Wir haben hier ja verschiedene "Probleme"
Ein leichter Kolben bedarf weniger Energie (Massenträgheit)  um von seiner Ruhelage auf Vmax beschleunigt zu werden.
Gleichzeitig haben wir aber auch einen Kompressionsvorgang, bei dem der Widerstand, den das Gas... also Luft, erzeugt größer wird und hier hilft ein schwerer Kolben wieder, da Ekin=1/2mv² ...

Jetzt nur meine Überlegung: Vermutlich gibt es jeh nach Federstärke und BB-Gewicht ein optimales Kolbengewicht, aber grob über den Daumen gibt es sicher eines, was für alle recht gut funktioniert, während große Abweichungen nach oben oder unten eher zu Problemen führt. Kann mir dazu vielleicht noch jemand etwas sagen ?

Naja, hier sehe ich zwar durchaus Potential die Effizientz des Systems zu verbessern, gehen wir aber mal davon aus, dass dieses System bei gleichmäßiger Temperatur auch für eine gewisse Zeit (Abnutzung) recht konstante Werte liefert, ist es für die Genauigkeit des Systems (so eben kein absoluter Müller) eher von sekundärer Bedeutung.

Da aber der Energiespeicher und das Schussystem durch ein flexibles element, welches Toleranzen ausgleichen kann, in gewisser Weise voneinander entkoppelt sind, hat die Ausrichtung der Systeme zueinander keinen so großen einfluss (vorrausgesetzt, die Abweichungen sind nur so gering, dass das Bucking sauber abdichten kann)

Also Schaue ich mir mal das Schussystem an:
BBs... ja da wängt es schon an, Rundheit, Oberflächenbeschaffenheit, Schwerpunkt, Gewicht... schon genug Toleranzen im System alleine durch die Munition... ich hatte mal die 0.46 von Novritsch gegen 0.45er von HotShot verglichen, auf einer Feinwage bei der Arbeit und gesehen, dass hier schon Toleranzen von +-0,025g bei Novritsch und +-0,015g bei den HotShots war
Aber hier kann man nicht sonderlich viel machen, höchstens 3 oder 4 Packungen kaufen und die dann nach gewicht sortieren.

Nun denke ich aber, die 2 (1/2) größten Einflussfaktoren sind die Hop-Up-Einheit, der innenlauf und... der Außenlauf.

Ich bin ein Freund von R-Hops, eine glatte Fläche, aus einem homogenen Silikonschlauch geschnitten, mit einem vernünftigen Tensioner/Hop-Up Arm in konkaver Ausführung, der möglichst ohne Spiel die Kraft immer auf die gleiche Fläche aufbringt, gefällt mir in der Theorie durchaus gut.
Autobot und Co. mögen in der Theorie auch nicht schlecht sein, allerdings sehe ich hier schon wieder Fertigungstoleranzen in den Buckings, so das ein Gummi super ist, ein anderes vielleicht nicht so gut... aber vom Prinzip vermutlich auch nicht schlecht.

So, und nun der Innen-Lauf.
Hier wird es kompliziert, denn hier bin ich mit meinem Wissen über meine Sportwaffen schon raus, Airsoft mit Magnus-Effekt hat nix mit einem gezogenen oder glatten Lauf aus dem Schießsport zu tun.

Aber zumindest mal ein paar Dinge habe ich zum teil hier aus guten Beiträgen als auch aus eigenen Überlegungen abgeleitet.
1. Wichtiger als der Innendurchmesser ist die Rundheit der inneren Lauffläche
2. Gradheit des Laufes ist wichtig
3. Oberflächengüte
4. (und hier scheiden sich die Geister), ein etwas größerer Innendurchmesser (6,03/6,05) könnte für die Genauigkeit besser sein, da ein größeres Luftpolster um die Kugel herum diese vor "Flattern" im Lauf schützt und somit weniger probleme durch ungewollte Drehrichtungen der Kugel entstehen.
5. Eine Lauflänge um 430mm gillt als optimum für Genauigkeit und Reichweite.

zu 4. Hab ich noch ein paar Probleme mit manchen Erklärungen.
In manchen betrachtungen wird angenommen, dass die Kugel an der Oberen Wandung "entlangrollt", bis zum austritt, irgendwie kriege ich bei dieser Betrachtung einen "Knoten" in meinen Hirnwindungen, denn das würde ja bedeuten, dass der Einfluss des Hop-Ups und der damit verursachten Rotation zu vernachlässigen wäre, da durch das entlanglaufen an der Laufoberseite ja immer eine Rotation entstehen würde. Da aber die Hop-Up-Einstellung schon sehr deutlich im Flugbild erkennbar ist, denke ich, dass die Kugel im Idealfall immer von einem Luftpolster umgeben ist und die BB bestenfalls keinen Kontakt zum lauf hat. Überlegung: Vielleicht wären ja sogar konische Läufe besser, von 6,3 auf 6,01 um die anfängliche Irritation durch das Hop-Up und dann sich im Luftstrom "ausrichtende" BB besser zu nutzen.

So und nun eine ganz wichtige Frage, wie genau sind beispielsweise beim SSG24/SSG10/SSG96 die Außenläufe in der Gradheit/Rundlauf?
Was bringt es mir, wenn ich einen super Innenlauf habe, aber durch einen Spacer in der Mitte + Einspannung an den Enden (Hop-Up + Endkappe) einen Bogen in den Lauf mache ??
Bestenfalls hätte ich eine Einspannung über Punkte, Endkappe und Hop-Up-Unit. Da die Läufe aber bei einer gewissen Länge gewisse auch dazu neigen, zu schwingen, wäre entweder ein extrem grade Außenlauf wichtig und auch eine sauber gefertigte Endkappe ODER ich muss eine schwimmende Lagerung, also ein Spacer aus einem Elastomer beispielsweise haben, um zwar ein schwingen zu verhindern, den Lauf aber auch nicht krumm zu ziehen.

Was hab ich also vor.
SSG96 kaufen, einstellen (out of the Box), auf nem Schießstand 50 (indoor) und 100m, einstellen, Testen und die Trefferlagen/Streukreise sauber dokumentieren.

Anschließend möchte ich nach und nach ein paar Punkte wie Hop up Unit (Action Army), Läufe (6.01, 6.03, 6.05) testen, nach möglichkeit vergleichbare Genauigkeit/Toleranz (Lambda 1, Prometeus .03 > der Lamda Smart ist von der Toleranz schlechter, Lambda 5) und auch mit nem Sniperthor R-Hop vs. AEG-Bucking etwas spielen.
Was den Spacer für den Lauf betrifft und die Zentrierung der Enden (Hop-Up-Unit und Endkappe) muss ich mir das System mal genauer ansehen, ggf. den Außenlauf in eine Drehmaschine einspannen und den Rundlauf messen.
Ansonsten werd ich mir aus einem TPU einen Spacer drucken, den ich noch entsprechen konstruieren muss.
Vielleicht wäre es sogar sinnvoller, den O-Ring aus der Endkappe/Schalldämpferanschluss zu entfernen und die Ausrichtung des Innenschaftes NUR über einen inneren Spacer zu regeln,der etwa bei 2/3 Lauflänge positioniert wird, denn die Abweichung eines "krummen" außenlaufes wird ja über die Länge eher größer.

Ich werde mir das System also mal nach erhalt (Bestellt wird ende des Monats, wenn ausreichend Budget in der Hobbykasse ist) zu gemüte führen und dann die Punkte, die ich aus Sicht eines Konstrukteurs eventuell "subopimal" finde eben die Kompromisse zwischen Preis und Leistung, auflisten und analysieren.

Reapers Video dazu fand ich aber auch schon ziemlich gut.

Also, falls jemand etwas zu meiner Frage mit dem Kolbengewicht weiß, oder vielleicht weiß, wie Novritschs Außenläufe im Rundlauf sind, wäre das durchaus hilfreich, wenn mir jemand noch sagt, wo ich mit meinen Gedanken ganz weit weg bin und blödsinn schreibe, auch sehr gerne :P

Ansonsten, sorry für den langen Text und dass ich ASV als "Gedankentagebuch" missbrauche.

(4345 Posts)

(nachträglich editiert am 06.04.2021 um 22:32 Uhr)

Wenn du es möglichst konstant willst, brauchst du ein HPA-System.

Ansonsten sind 100m mit einer SSG24 durchaus drin, aber keine <25cm Streuung. Dafür sind die BBs zu leicht und zu langsam.

Danke, ja, dass ein HPA mit geregeltem Druck hier konstantere Werte liefert, denke ich durchaus auch.

Ich will einfach mal schauen, was ich aus einer (vermutlich) guten Basis noch rauskitzeln kann.

Dass 0,46er BBs nun aber bei 2,5 bis 3 Joule auch ihre Grenzen haben, denke ich mir schon... mal sehen, was da geht.

Hatten deine 0,46er auf der Feinwaage wirklich 0,46g?

Ich habe welche gewogen, die hatten ziemlich exakt 0,45g.

Nein, die von dem Jungen ohne Kühlschrank hatten eine recht breite Streuung während die Hot Shots deutlich geringere Toleranz hatten, aber prinzipiell waren die 0,46er von Novritsch auch eher 0,45er

wenn du eine non plus ultra sniper willst nimm keine novritch, da fang bei Tm an.

 

Noch nie ausprobiert aber evtl. eine Idee:

Da das ganze ja eh nicht auf ein Spielfeld soll evtl schwere Metallkugeln ausprobieren. Dazu dann die M200 die Novritsch auf seiner Seite so anpreist, dann ist auch genug Dampf dahinter. Ob das ganze so gehoppt werden kann ist halt fraglich.

Schwere BBs sind gerade auf lange Distanzen halt besser und viel wenier windanfällig, daher die Überlegung.

Ansonsten würde ich Loki auch Recht geben, gerade mit dem SSG6 stößt du bei der Auswahl eines besseren Laufes schnell an die Grenzen

PDI u.Ä. fertigen eher nach AEG bzw VSR Spec an (also Lauffenster)

 

Falls Stahlkugeln nix sind vllt sowas

https://www.airsoftatlanta.com/products/0-69g-deathzone-40-count-white-bio-bbs

Wird dann halt sehr schnell sehr teuer


(nachträglich editiert am 06.04.2021 um 23:18 Uhr)

Hi,

wenn ich die ActionArmy Hop-Up Unit einbaue, bin ich auf AEG-Läufe angewiesen, daher hab ich dann ein paar Freiheitsgrade gewonnen, denke ich.

Prinzipiell versuche ich schon Feld-Legal zu bauen, also irgendo ~2,5 bis 3 Joule, für den Fall, dass ich alter Mann doch nochmal mit dem Ding irgendwo hin will um dann als unerfahrener Sniper entweder nur da zu liegen und weder jemanden sehe (und damit treffe) noch gesehen werde :P oder mit lauter blauen Flecken nach hause gehe, selbst aber nie treffe :D

Die Deathzone BBs gibts wohl nicht mehr, ich schätze, sowas ist auch einfach nicht wirklich "Biologisch abbaubar", da die Anreicherung von PLA auch ihre Grenzen hat, vermutlich eben bei 0,45g.

Jaja... es ist eben kein KK oder Luftgewehr aus dem Sportbereich, dessen bin ich mir bewusst, auf der anderen Seite... an meinem Bogen und meinem KK hab ich auch lange rumgeschraubt, bzw. sogar nen eigenen Bogen konstruiert und gebaut, weil mir die von der Stange zu öde waren ;)

Bei den SoftAir gefällt mir irgendwo die Kombi aus "Legal ohne Waffenschein" und "Sieht aus wie echtes" mit einer gewissen Genauigkeit

maple leaf lauf, kammer und Gummi, die gummis arbeiten meiner meinung nach gleich gut wie ein r-hop.

Ist natürlich westentlich teurer aber wäre gerade für die Präzision nicht eine SRS gut, die haben deutlich mehr Zylinder Volumen, und du könntest mit einer langsameren Feder bei ähnlicher energie die kugel konstanter durch den lauf beschleunigen.

Vlt ist das aber auch Käse, ist halt ne idee. 

SRS ist mega kacke zum spannen.

wie schon gesagt optimal wäre ne vsr-10 auf hpa

 

So schlimm ist die SRS nicht zu Spannen, ungewohnt mit sicherheit ja. Die idee der langsameren Feder und großem Volumen ist ja die beschleunigung gleichmäßiger zu gestalten. Wobei ich mir nicht vorstellen kann das das gravierende ausmaße haben wird, aber hier geht es ja um Nuancen, um ein was ist maximal möglich. 

ich hab mit ner Feder Getestet die 2,5j Bringt.

und im Biezeps curl als auch beim "normalen" Repertieren finde ich es nicht angenehm, da ist meine VSR mit 3J Deutlich leichter zu Repertieren.

 

SRS muss halt zum repetieren abgesetzt werden. Bei der klassischen Bauform kann ich den Blick durch die Optik auf dem Ziel behalten.

Dazu kommt, dass ich ne SRS irgendwie hässlich finde und ich das Teil eigentlich irgendwo später an die Wand heften wollte, vielleicht wenn Novritsch noch nen G22A2 Stock rausgebracht hat ;)

Wobei ich schon gelesen habe, dass die SRS von Silverback durchaus im oberen Leistungsspektrum mitspielen soll

Seite: 1 2



Anzeige