Erklärung Motoren und Akkus (für Dummies)
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(3119 Posts - Moderator)

(nachträglich editiert am 23.06.2017 um 20:26 Uhr)

Vorwort:

Ein paar Ausführungen zu Akkus und Motoren in AEGs/SAEGs die Werte sind fiktiv und nur zur Veranschaulichung.

 Die Spannung des Akkus wird der Einfachheit halber vernachlässigt.

 

Motoren und ihre Stromaufnahme:

Elektromotoren besitzen einen Nennstrom (Dauerlauf) und einen Anlaufstrom (bei uns drücken des Abzuges).

Der Anlaufstrom ist um ca 4-8 mal höher wie der Nennstrom.

Dies wird gerade dann wichtig wenn ihr den Motor tauscht oder die Feder und Gears wechselt.

Denn auch die Last (Gears und Feder) gegen die der Motor arbeiten muss beeinflusst seine Stromaufnahme.

Ist die Last hoch möchte der Motor mehr Strom um sich zu drehen.

Dies führt uns zu den Akkus.

 

Akkus und ihre Stromabgabe:

Ein fiktiver Akku mit 7,4V 1200mah und 15-25C kann im Burst 30A abgeben.

Möchte der Serienmotor jetzt 30A haben kann der Akku die 30A liefern läuft dabei aber immer an der Belastungsgrenze welches der Zelle schadet.

Tauschen wir jetzt den Motor aus und der neue Motor hätte gerne 60A wird er evtl gar nicht erst anlaufen und den Akku überlasten.

Besser wäre dort zB. ein Akku mit 7,4V 2000mah und 30-60C welcher im Burst 120A abliefern kann.

Dieser Akku läuft nicht an seiner maximalen Belastungsgrenze und wird deswegen länger halten.

 

Zu bedenken ist jedoch das der Akku immer soviel Strom liefert wie der Motor (also das gesamte System) braucht.

"Der Verbraucher legt den Strom fest (50A Motor), der Lieferant (Akku) liefert was benötigt wird- bis er stirbt"

 

 

Fazit:


Kauft euch das größte an Akku welchen ihr maximal in eurer ASG unterbringen könnt. Er wird es euch danken.


(3119 Posts - Moderator)

(nachträglich editiert am 23.06.2017 um 22:02 Uhr)

Einschaltverhalten:

 

Anhand des Diagramms können wir folgendes sehen:

- Beim Einschalten (triggern) steigt der Strom an und die Spannung fällt.

Dies heißt für einem Akku, dass er im schlimmsten Fall unter die minimalste Zellspannung einbricht (Tiefenentladung).

Deswegen wählen wir einen Akku mit möglichst hoher Stromabgabe (Entladerate) um den Spannungseinbruch zu verringern, die Leistung am Motor konstant zu halten und die Belastung des Akkus zu verringern.

(3119 Posts - Moderator)

(nachträglich editiert am 23.06.2017 um 20:24 Uhr)

Ausschaltverhalten:

 

Im Ausschaltmoment fällt Spannung und Strom ab. Der Motor dreht aber durch Restschwung (Gears, etc.) weiter und wirkt somit als Generator. Da ein Generator eine Spannung erzeugt, läuft diese umgekeht gegen unser Mosfet / ASCU / Chimera / EFCS , etc..

Diese Spannung belastet unseren Transistor auf eine Weise, für die er nicht gedacht ist. Das ist schlecht.

Abhilfe schafft hier eine Diode, welche dafür gedacht ist. Zbsp.: 5KP18A.

Die Diode schaltet ab einer gewissen Spannung die Motorkontakte zusammen. Es entsteht ein Kurzschluss, der die "generierte" Spannung wiederum einbrechen lässt.
Man sorgt damit also dafür, dass "Stoßweise" die generierte Spannung vom Motor aufgehoben wird.

Bei einem AB-Mosfet funktioniert das ähnlich, allerdings haben wir mit der Diode keine Nachteile eines AB-Mosfets. Und sie ist billiger...

(3119 Posts - Moderator)

(nachträglich editiert am 26.06.2017 um 20:35 Uhr)

Nebeninfo zu IC-Switchunits:

 


Ares EFCS:

- überlebt laut Hersteller ~ 60A.

Jetzt gibt es von Usern Berichte das es mit potenten Akkus "abgeraucht" ist.

Dies liegt jedoch nicht am Akku.

Denn wie oben beschrieben liefert der Akku immer soviel Strom wie das System haben möchte.

Steht jetzt zBsp. die Motorstellschraube verkehrt oder wurde die ASG umgebaut kann sich die Stromaufnahme des Systems über den kritischen Wert von 60A verschieben.

Meist ist es jedoch das Ausschaltverhalten des Motors, welches die Schaltung / IC´s beschädigt. (Erklärung - siehe oben)

 

ASCU :

Wie oben beschrieben liefert der Akku immer soviel Strom wie das System haben möchte.

Steht jetzt zBsp. die Motorstellschraube verkehrt oder wurde die ASG umgebaut kann sich die Stromaufnahme des Systems über den kritischen Wert von 60A verschieben.

Meist ist es jedoch das Ausschaltverhalten des Motors, welches die Schaltung / IC´s beschädigt. (Erklärung - siehe unten)

 

Chimera MKII / Reserve AAU:

Gilt weitestgehend als sicher (kaum Ausfälle bekannt).


Jefftron:

siehe ASCU


(6626 Posts - Leiter der Moderation)

(nachträglich editiert am 23.06.2017 um 20:31 Uhr)

Prächtig. Vielen Dank!

 

Gruß Jens

(229 Posts)

(nachträglich editiert am 23.06.2017 um 20:50 Uhr)

Top Post! Danke dafür, kostete mit Sicherheit einiges an Zeit.

Zu 90% der Ausfälle kann ich sagen: es ist meistens schlampig/unvorteilhaft eingebaut (Kabelbrüche, keine Aderendhülsen dafür ausgefranzte Kabel, feine Kupferdrähte vom Kabel auf den IC´s, offene Kontakte in der Box, schlechte Kabel...). Ziemlich oft sind auch einfach die FETs zu heiß gelötet worden - die funktionieren anfangs zwar, aber sind trotzdem beschädigt.

ESD-Schutz ist übrigens auch eine brandheiße Sache! Bitte niemals ohne Erdungsarmband FET´s einbauen.

(12431 Posts)

(nachträglich editiert am 23.06.2017 um 21:08 Uhr)

Praktisches Beispiel:

Der AEP Akku. Es gibt den kleinen AEP Akku in 2 Größen. Beide Akkus haben 7,4V und 300mAh aber der kleine billige den man immer mal zu kaufen bekommt besitzt eine maximale Entladerate von 45C, Dieser Akku tut sein Job. Wird die Pistole aber öfter Semi oder in kurzen Feuerstößen geschossen, ist der Akku nach etwa einem Jahr gefährlich. Er bläht sich nach und nach auf. Vorteil des Akkus ist aber das er eigentlich nicht Thermisch durchgehen (Feuer) kann. Bevor er diesen Punkt erreicht, passt er nicht mehr unter den Lauf.

Der große hat laut Etikett bis zu 90C. Papier ist geduldig aber Fakt ist, bis auf ein Exemplar arbeiten alle Akkus ohne ernste Anzeichen der Alterung.

Hier ein kleiner mit ersten Anzeichen der Gasung. Die Teile werden Kugelrund. 

PS Es ist eine dämliche Idee, den Akku durch an piksen zu entgasen und so wieder dünn zu machen. Die Inhaltsstoffe reagieren mit Sauerstoff. Recht heftig

Wäre es sinnvoll, auch noch Steckertypen mit aufzunehnen? Ich hätte gedacht, dass z.B. Deanstecker (T-Stecker, Hochstromstecker) mehr "durch lassen" als z.B. Mini Tamiya. Aber woran das genau liegt und welche Relationen dahinter stehen, weiß ich ebenfalls nicht.

Das geht ja sogar bis dahin, dass Ares T-Stecker an ihren EFCS "verbietet" bzw dadurch die Garantie erlischt. Eventuell weil die Stecker mehr Strom durchlassen?

Aber vielleicht weiß es ja der Moley?

Grüße

Voron

(3119 Posts - Moderator)

(nachträglich editiert am 23.06.2017 um 22:28 Uhr)

Die Stecker unterscheiden sich hauptsächlich in der Fläche der Kontakte und der Wärmebelastbarkeit. 

 Durch die größere Kontaktfläche verringert sich der Übergangswiderstand. 

 

Ares verbietet das umlöten wahrscheinlich weil ein Laie das EFCS beim Löten thermisch beschädigt. 

Sehr gut erklärt jetzt weiß ich worauf ich in Zukunft beim Akkukauf achten muss, vielen Dank dafür ^^

Sehr schön erklärt. Ich hoffe die Leute, die dauernd meckern weil "der Lipowarner piept nach 20 Schuss", haben was gelernt.

mfg

[Post von User 30284 (30.06.2017 19:29) wurde als "öffentliches Anprangern von anderen Usern" markiert und daher ausgeblendet]

Habe es woanders schon gepostet aber: 

Nicht jeder Hersteller/Shop schreibt dazu wieviel A so ein Motor braucht.

gängige Kandidaten (Aimto) könnte man hier aufnehmen.

(6626 Posts - Leiter der Moderation)

"gängige Kandidaten (Aimto) könnte man hier aufnehmen."

Dann bau mal nen Motorprüfstand, und miss mal durch.

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