Normalerweise befasse ich mich nur mit Gas Blow Back Waffen, davon habe ich jede Menge und damit kenne ich mich aus. Dementsprechend ungewöhntlich ist die die Waffe, mit der ich Michigan heute befassse, für mich. Es handelt sich um eine GSG R1 in der Vollauto Version, d.h. mit weniger als 0,5 Joule.

Wie kommt der Schießstand als eingeschworener GBB User zu eine AEG? Ganz einfach, die Waffe war nicht für mich gedacht, sondern für meinen Sohn. Dieser sollte die R1 zum Plinken auf dem Dachboden bekommen, um ihn langsam an das Thema Airsoft ranzufahren. GBB's schieden von vornherein aus, der er noch keine 18 Jahre alt ist. 

AEG's mit weniger als 0,5 Joule werden nach einer Freiwilligen Selbstbeschränkung der Händler erst an Personen ab 14 Jahren verkauft, wobei der gesetzliche Rahmen eigentlich ein ganz anderer ist, aber ich persönlich finde es durchaus sinnvoll Personen unter 14 nicht unkontrolliert solche Waffen zu verkaufen.

Nun hätte ich mich auch für eine Federdruck Waffe entscheiden können, aber man ließt ja immer AEG's sind so zuverlässig und für Anfänger geeignet, also viel die Wahl auf die R1. 

Importiert wird die R1 von der Firma GSG. Als Hersteller dahinter vermute ich die Firma Well, aber dies war nicht eindeutig zu Identifizieren. Die Waffe wurde bei Begadi bestellt, da der Preis von 89,90 auf 64,90 reduziert war. Für das gesparte Geld wurden noch ein paar Ersatzmagazine bei Amazon bestellt.

Schaut man sich die Verpackung an, so macht der Karton erstmal einen ansprechenden Eindruck. Es fällt natürlich sofort auf, dass die R1 wie eine UZI ausschaut, aber die Bezeichnung Uzi findet sich nirgendwo, da vermutlich die Lizenzrechte dafür schlicht weg fehlen.

Auf dem Karton befinden sich ein paar Aufkleber von GSG, bezüglich des Kalibers und des verwendeten Akku's. Zusätzlich hat Begadi auf dem Karton markiert, das es sich um eine 0,5J Version handelt.

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Nimmt man den Deckel ab, findet sich alles, was im Lieferumfang enthalten ist sauber verpackt in Styropor, dies sind die Waffe selber, ein Akku, ein Ladegerät, ein Magazin, ein Tragegurt, eine Tüte BB's und ein Laufreinigungsstab.

Das Ladegerät hat nicht mal eine Ladekontrollanzeige oder ähnliches, d.h. Möchte man sich den oder die Akku's nicht braten, dann sollte man möglichst ganz schnell ein anderes Ladegerät verwenden.

Der Laufreinigungsstab macht auf mich nicht wirklich den Eindruck, als gehöre er wirklich zur Waffe. Der sieht mehr aus, als wäre er der Rest von einem Laufreinigungsstab, bei dem das vordere und hintere Ende fehlen würden. Der reicht maximal, um eine BB im Lauf hin und her zu schieben, aber den Lauf reinigen kann man damit nicht.

Der Tagegurt läßt ebenfalls beim ersten Ablick vermuten, dass sich die Waffe daran nicht lange halten wird, kurze Zeit später war der am Verschluss auch bereits gebrochen.

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Aber gut, konzentrieren wir uns erstmal auf die Waffe selber. Beim entnehmen aus dem Karton war ich positiv überrrascht, dass diese doch ein ganz nettes Gewicht hat, immerhin bringt die Waffe ca. 1050gr auf die Waage. Das Material der Waffe ist halt überwiegen Kunststoff und das fälllt gerade z.B. Im Bereich des Laufs sehr negativ auf. In anderen Bereichen wirkt der Kunststoff aber nicht gar so billig, der er nicht ganz so schlimm glänzt.

Das Magazin wirkt für jeden, der schonmal ein GBB Magazin in der Hand hatte einfach nur viel zu leicht und billig. Die bei Amazon nachgekauften Magazine waren in Bauart und Verarbeitung übrigens 1:1 identisch.

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Im Karton findet sich ein Schreiben von Begadi, mit dem Hinweis, dass eine Energiemessung durchgeführt wurde. Hierbei sei ermittelt wurden, dass 0.20gr BB's durchschnittlich eine Geschwindigkkeit von 53-55m/s erreicht hätten. Dies ergäbe eine Lesitung unter 0.35 Joule. Im Schreiben aufgeführt wird, dass der Test mit einem 8,4V Akku mit GP Zellen auf Funktionalität getestet wird. 

Herstellerseitig wird aber ein 7,2V 450mAh Akku mitgeliefert und die Leistung wird mit weniger als 0.5Joule bei 50-70m/s angegeben. 

Warum testet man die Waffe mit einem stärkeren Akku, als dem vom Hersteller vorgesehenen? Wenn mit einem 8,4V Akkku nur 53-55m/s erreicht wurden, müsste dies ja analog bedeuten, dass die Leistung mit einem 7,2V Akku noch erheblich unter den 50m/s liegen müsste, wie diese vom Hersteller angegeben wurde.

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Das Akkufach und die Sicherung sicherung erreicht man, indem an der Gehäuseoberseite ein Deckel entfernt wird. In den Deckelveerschluss ist ein Unterbrecher eingebaut. Selbst wenn die Wafffe nicht gesichert ist und ein Akku eingelegt ist, kann nicht gefeuert werden, solange der Gehäusedeckel nicht wieder ordnungsgemäß eingesetzt ist.

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Die mitgelieferte Anleitung ist mehrsprachig (Asiatische Schriftzeichen und Englisch), aber die deutsche Sprach sucht man vergeblich.
Zusätzlich wurde auf der zweiten Seite ein Teil überklebt, bei dem es um das korrekte Einsetzen des Akkus geht. Eventuell war dies zuvor nicht eindeutig beschrieben, so dass es zu Fehlbedienungen kam, dies ist aber Spekulation meinerseits.

Rechtlich habe ich mich noch nie mit der Frage beschäftigt, ob ein in Deutschland verkauftes Produkt mit einer deutschen Anleitung ausgeliefert werden muss, aber abgesehen vom rechtlichen Aspekt, was ist so schwer daran eine doppelseitige DIN A4 Seite einzuspannen, und die englischen Texte gegen deutsche zu tauschen? 

Die Anleitung beschriebt die wichtigsten Bedienelemente, wie Feuerwahlhebel, einlegen und entfernen des Magazins, aus- und einklappen der Schulterstütze, Schießen und Einstellung des HopUp's. 

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Nun gut bei dem Preis kann man über solche Dinge hinwegschauen und ich hab schon Airsofts für wesentlich, wesentlich mehr Geld gekauft, da war der Umfang der Dokumentation noch viel geringer, um nicht zu sagen teilweise gar nicht vorhanden.

Also was ist bei so einem 60€ Teil wichtig- Spaß beim Schießen. Also Akku geladen, eingelegt, BB's ins Magazin, gleich mal auf Fullauto gestellt und eine 14x14cm Zielscheibe auf 10m anvisiert und Abzug gedrückt - Plop, Plop, Plop - aber nix Löcher in der Zielscheibe.

Ach ja, da war doch was, irgendwo hab ich mal gelesen GBB Spieler würden an der Unterseite ihrer Magazine reiben, um einem Cooldown vorzubeugen - natürlich total Schwachsinn, aber vielleicht hat das ja bei AEG's einen tieferen Sinn. Siehe da, genau so ist es, durch das Doreen eines Rades an der Unterseite wird eine Feder im Magazin gespannt und die BB's durch den Magazinkanal nach oben zum Nozzle geführt. 
 
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Nächster Versuch und tack, tack, tack - siehe da das Ding macht Löcher in die Zielschreibe, Und hält man den Trigger im Fullautomodus fest, dann ist so eine 14x14cm Zielschreibe in wenigen Augenblicken komplett zerflattert. 

Cool - das Teil kann Spaß machen - wirklich mehr hatte ich eigentlich bei dem Preis gar nicht erwartet.

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Leider trübte sich die Freude relativ schnell. Wie man sieht, sollte der Fireselector 3 Stellungen kennen:

S = Safe
F = Fire (Single)
A = Fullauto

Nun stellte sich aber heraus, dass der Fireselector eigentlich über 6 Stufen verfügte, wobei eigentlich nie deutlich zu spüren war in welcher man sich gerade befand, man müsste im drauf schauen. Der Kunststoff Selector nutze sich scheinbar extrem schnell ab, so dass dieser sich schon nach kurzer Zeit nur noch mit Kraftaufwand bewegen ließ. An eine Bedienung mit einem Finger war überhaupt nicht mehr zu denken.

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Ähnliches Problem beim Trigger. Dieser besteht aus Kunststoff und schließt den Stromkreis, damit die Waffe feuert. Am Anfang funktionierte dieser Butterweich und man konnte sogar fast von so etwas wie einem Druckpunkt sprechen. Nach wenigen Magazinen musste der Trigger regelrecht mit Kraft an den Anschlag geprügelt werden, damit die R1 überhaupt noch einen Schuß abgab..

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Das Dustcover ist aus Kunststoff und ist ein reiner Fake, hinter dem sich gut zugänglich ein wichtiger Bestandteil der Waffe befindet

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Klappt man das Dust Cover hoch, so wird der Bllick auf das HopUp freigegeben. Das Hopup wird mittels eines kleinen Stellrades eingestellt, ähnlich, wie ich es auch diversen GBB Pistolen schon kannte. Was ich bis dato nicht kannte, war das ein Hop Up mal so gar keine Wirkung hat, egal wie man es einstellt. Manche HopUp wirken besser, andere schlechter, dass hängt in der Regel von der Kunstruktionsart und dem Verwendeten Gummi ab, aber bei diesem Exemplar bleibt festzustellen, es macht mal gar nichts.

Selbstredend hab ich das outdoor auf längere Distanz getestet. aber egal was eingestellt wurde, 20m waren nur mit ballistischen Flugbahnen der BB's zu erreichen, 20m als gerader Schuß - forget it.

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Der Magkatsch ist ebenfalls aus Kunststoff und musste nach dem Einlegen eines Magazins am unteren Ende nach Außen gezogen werden, damit der Magcatch das Magazin auch zuverlässig hält, ansonsten fällt dieses einfach wieder raus. Gleiches Phänomen bei den nachgekauften Magazinen. Nicht gerade zufriedenstellen, aber na gut, bei dem Preis, wenigstens bleibt das Magazin drin, wenn man den Magcatch manuell arretiert.

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Die Schuleerstütze ist ausklappbar, hierfür wird ein Kunststoffknopf gedrückt und die Schulterstütze entfaltet sich zweimal. Eine vernünftige Visierlinie hat man mit der Schulterstütze nicht und ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Visierlinie beim RS Vorbilld besser ist. Eine Uzi ist aber auch nicht wirklich für gezieltes Einzelfeuer zu sehen, für mich ist es ganz klar eine Spray & Pray Waffe. Bei einer M10 würde ja auch niemand auf die Idee kommen und sich über die Visierlinie beschweren. Was mich allerdings erstaunt hat, war die Präzision auf 10m, die war wesentlich besser als ich es erwartet hätte und wenn man im Fullauto Mode eine BB Line aufgebaut hat und diese korrigiert, dann läßt sich die airsoft erstaunlich ruhig halten, was natürlich dem fehlenden Recooil geschuldet ist. Eine echte Uzi wird man im leben nicht so ruhig halten können.
 
Zurück zur Schulterstütze - ist wie so ziemlich alles andere auch aus Kunststoff und macht einen sehr labilen Eindruck. Im Spielbetrieb würde ich der kein Wocheneende geben, bevor es da zu einem Bruch kommen wird.

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 Will man die Schulterstütze wieder einklappen, muss man den nachfolgend abgebildetes Hebel betätigen, um den hinteren Teil der Schulterstütze zu lösen.

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Um die Schulterstütze 2fach zusammengeklappt, muss der Knopf in der Gehäusenähe gedrückt werden, der auch zum ausklappen verwendet wird.

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Der Blick in den Lauf zeigt am Outer die tolle Verarbeitungsqualität des Kunststoffs auf, aber wie gesagt, was will man für €60,- schon erwarten.

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Front und Rear sight sind nicht einstellbar.

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Das Gehäuse trägt kein F, da weniger als 0,5 Joule Leistung vorhanden sind. Abgesehen davon gibt es nur noch ein Made in China Marking. 

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Mein persönliches Fazit
Ach wäre ich doch bloß bei GGB's geblieben. Nein scherz beiseite, mir war klar, dass ich für den Preis nicht viel erwarten kann und mehr als eine kleine Fun Fullauto Spritze hätte meine Erwartungen schon bei weitem übertroffen. Das dies Ergebnis nicht auf andere AEG's übertragbar ist, liegt auf der Hand.
 
Leider ist die Qualität so schlecht, dass die Waffe nach 2 Wochen nicht mehr wirklich gespielt werden konnte . Dies habe ich via Email an Begadi gemeldet. Wohlgemerkt an einem Soonntag. Innerhalb einer Stunde kam vom Chef persönlich eine Email mit Rücksendeschein. Man nimmt die Waffe zurück und erstattet das Geld, das etwas neues gekauft werden kann.
 
Nun könnte man vielleicht böswillig sagen, warum verkauft man so einen "Schrott" - die Antwort ist vermutlich recht einfach, es gibt einen Markt dafür und Deppen wie kaufen das Zeug und in vielen Fällen mag so ein Teil auch funktionieren oder nach 2 Wochen sowieso nur in der Ecke liegen. Also insofern, warum nicht, wenn ein Markt da ist, dann wird dieser von irgendwem bedient.
 
Was ich Begadi aber ganz hoch anrechne ist der super Service. Anstandslos ohne wenn und aber, wir nehmen zurück, Rücksendeschein anbei, gestern ist die Rücksendung bei Begadi eingetroffen, heute habe ich das Geld wieder auf dem PayPal Konto - gut gemacht Begadi.
 
Die Frage, ob ich diese Waffe empfehlen kann, wird sich jeder nach dem Durchlesen meines Texte selber beantworten können. Die Waffe nein, aber den Händler auf jeden Fall!
 
Tja nun stehe ich wieder am Anfang und werde mal schauen, was als nächst teueres Modell in Frage kommt. Ich weiß. Wer billig kauft, der kauft in der Regel zweimal, das gilt gerade bei Airsoft. Aber mal schauen, vielleicht gibt es ja auch für schmales Geld was brauchbares.
(3588 Posts)

(nachträglich editiert am 27.01.2017 um 18:41 Uhr)

wenn du was günstiges unter 0.5j haben willst - ähnliche preisklasse und ähnliche schussleistung bei weitaus besserer verarbeitung - schau dir mal die cyma-aeps an!

kosten ca 60-80€, verwenden ein ähnliches  system wie deine 'uzi', allerdings sind sie etwas kompakter, deutlich langlebiger und werden durchaus gerne als backupwaffe geführt

ich hab zb ne glock18c und ne gebrauchte sig als ersatz, und das fullauto im hosentaschenformat ist ein ...nettes.... taktisches mittel^^

ansonsten: nettes review, dürfte die knifte gut zusammenfassen :D

Ich lese es so, dass du denkst, je stärker der Akku, je mehr Energie die Waffe.

Dem ist nicht so, eine AEG hat immer gleich viel Energie, egal ob man sie mit einem 7,4V Akku oder einen 14,8V Akku betreibt. Die Spannung des Akkus sagt nur aus wie schnell die Feder aufgezogen wird. Die Energie wird einzig und allein von der Feder erzeugt und der Akku hat darauf keinen Einfluss.

(2032 Posts)

(nachträglich editiert am 29.01.2017 um 19:59 Uhr)

@steini: verzeihe einem GBB Junkie den Denkfehler- du hast vollkommen recht.




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